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Dekadenz per Definition

Zelebrieren Sie die Jahreszeit der Fülle in diesen edlen Etablissements

Der Dezember ist die Jahreszeit der Feiern, voll von festlichen Gelagen und Zusammenkünften, die sich um Essen und guten Wein drehen. Hier sind einige der dekadentesten Angebote der besten Köche der Welt – göttliche Kreationen, die eine Reise wert sind. 

 

Pithiviers Grande Cuisine Bourgeoise

Julien Royer vom Odette (www.odetterestaurant.com) in Singapur serviert eine Portion echten französischen Erbes mit seiner wunderschönen Interpretation eines Grande Cuisine Klassikers aus dem 19. Jahrhundert. Wie viele von Juliens Gerichten gibt es auch hinter dieser Kreation eine persönliche Geschichte: seine Mutter kochte dieses Gericht, das zu seinen Lieblingsspeisen gehört, immer dann, wenn er nach Hause kam, in einer etwas einfacheren Version, mit Kartoffeln und Pancetta. Die Weihnachtsversion im Odette ist ein wunderschön anzusehendes Stück essbarer Kunst: eingeschmiegt in butterige Lagen von Blätterteig findet sich französische Henne, Täubchen und zarte Foie Gras, eingefasst von frischem schwarzem Trüffel. Die Aromen sind reichhaltig, aber nicht überfordernd, die Texturen zart und raffiniert – so entsteht ein zügelloses und doch ausgefeilt-anspruchsvolles Menü.

 

Bretonische Langusten und goldener Kaviar

Neujahr ist Meereszeit im Alain Ducasse Au Plaza Athenee (www.alainducasse-plazaathenee.com) in Paris. Es wird Haute Cuisine Variationen von fangfrischen Austern, Chausey Island Jakobsmuscheln, atlantischem Wolfsbarsch und – oh, ja – bretonischen Langusten geben. Diese werden in einer geklärten, aromatischen Brühe, zusammen mit goldenem Kaviar serviert. Zum großen Festmahl dürfen getrost viele weitere luxuriöse Akzente erwartet werden, vor allem in Form von weißem Alba-Trüffel und gehobeltem schwarzen Trüffel. All das kann der geneigte Gast im märchenhaft geschmückten Dinnersaal genießen, der von den 10.000 Kristallen des Kronleuchters erhellt wird und diesen Abend unvergesslich werden lässt. 

 

Gold und Safranreis – wie eine Bouillabaisse

Es ist kaum möglich, vorherzusagen, was genau auf den Tisch des legendären Restaurants Osteria Francescana (www.osteriafrancescana.it) in Modena kommen wird, wenn man bloß einen Blick auf die Speisekarte wirft. Denn am Ende ist Massimo Bottura geradezu berüchtigt für seine die Grenzen sprengende Kreativität. Die Menüfolge seines neungängigen Neujahrsmenüs liest sich wie ein aufwändiger Hochgenuss mit Gerichten wie offener Ravioli mit Foie Gras und schwarzem Trüffel, Perlhuhn mit weißem Trüffel und natürlich dem rätselhaften „Gold und Safran-Reis... wie eine Bouillabaisse“. Abgesehen von den kulinarischen Überraschungen darf man sich auch auf luxuriöseste Getränke vorfreuen. Fast jeder Gang wird mit einem Premiumwein gepaart, zum Beispiel einem 1996er Krug zu den Vorspeisen oder einem 1989er Riesling Markus Molitor zu den Ravioli und einem Louis XV de Venoge zu einem Gericht mit Cotechino Wurst mit Linsen und Zitrus.

 

Seespinnenrogen, Beine, Fleisch und Butter

Das Nihonryori Ryugin (www.nihonryori-ryugin.com) in Tokio besitzt seinen Kultstatus absolut zurecht und das gegenwärtige Wintermenü zeigt dessen Finesse anhand fangfrischer Zubereitungen zahlreicher Köstlichkeiten aus dem Meer. Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, eine Seespinne im Ganzen zu servieren, wird in diesem Fall eine andere, überragend schöne Form der Präsentation gewählt: unter einer Kristallkugel liegt eine Reihe von zehn Streifen vorsichtig gezupftem Fleisch aus den Beinen, welche einen kleinen Hügel Krabbenfleisch und Krabbenbutter bedecken. Und am Rand befindet sich ein kleiner Brocken Krabbenrogen.  Neben der puren, köstlichen Dekadenz bietet die Dinner-Erfahrung allerdings auch noch mehr, denn sie offenbart außerdem auch den Humor des Küchenchefs in Form kleiner Snacks. So hat er beispielsweise aus Mochi und einem Schrimp-Omelette ein kleines Weihnachtspäckchen gebastelt, welches in einer skurrilen lackierten Schüssel serviert wird, die mit Weihnachtsmotiven verziert ist. 

 

Seeigelkaviar, Sanddorn & Meerwasser

Das White Rabbit (www.whiterabbitmoscow.ru) in Moskau ist seit jeher für seine guten Partys bekannt (es gibt ein Entertainment-Lineup für die Neujahrs-Countdown-Party!), aber dennoch lassen sich hier auch die bodenständigen, wärmenden Aromen des Winters genießen – allerdings mit ordentlich Schwung umgesetzt. Das Wintermenü zeichnet sich durch Kombinationen wie Ente und Pflaume oder Holunderbeere und Kokosnuss-„Lardo“ mit Schwarzbrot und Beluga Kaviar aus. Paarungen, die das Einfache mit dem Luxuriösen verheiraten und einen köstlichen Effekt erzeugen. Ein solcher Star auf dem Menü ist zum Beispiel das Gericht, in dem Nocken vom Seeigelkaviar mit Sanddorn und Meerwasser akzentuiert werden. Schlicht und ergreifend Luxus in seiner schönsten Form.